Archiv für den Monat: Juli 2015

Game of Thrones

Seit Jahren geistert der Zyklus von George R. R. Martin durch die Fantasy-Welt und es gibt sogar schon eine Fernsehserie. Der deutsche Blanvalet-Verlag, ein Goldmann-Ableger, verdoppelt in gewohnter Manier Umfang und Preis. Also hatten wir uns die Kassette mit den ersten 4 Bänden auf Englisch zugelegt.
Um den ersten Band nach ca. einem Drittel beiseite zu legen und was anderes zu lesen.
Nachdem wir die Kassette wieder verkauft hatten, versuchten wir es mit dem ersten Band der deutschen Fassung nochmals. Das Ergebnis war das gleiche. Wir langweilten uns.
Das Lied von Eis und Feuer ist langatmig und nicht sonderlich spannend geschrieben. Die Vielzahl der Figuren verwirrt, die Phantastik ist zumindest am Anfang marginal. Was man da zu lesen bekommt, sind nur Intrigenspielchen in einer pseudomittelalterlichen Welt. Wir blieben ein wenig ratlos zurück und fragten uns, was andere nur an diesen Büchern finden?

 

Extrem Kochen

Es begann mit einer Packung ausländischer Nudeln, der eine Gewürzmischung beigefügt war. Ohne unbedingt auf die Abbildung mehrerer Peperonis und den Hinweis zu achten, dass man einen Esslöffel voll von der Mischung nehmen sollte, schütteten wir die gesamte Mischung in die passierten Tomaten für die Nudelsoße. Schließlich war das doch immer so, dass man die beiliegende Mischung für das ganze Gericht vollständig benötigte. Im Herkunftsland der Nudelmischung scheinbar nicht. Die Verkostung ergab: höllenscharf! Was nun? Also eine Büchse Kichererbsen in die Nudelsoße, um das Aroma etwas aufzusaugen. Klappte nicht so ganz, nur das Volumen des Gerichts schwoll an. Nachdem auch eine Büchse Kokosmilch nicht wesentlich geholfen hatte, aßen wir die Nudeln mit Pesto.
Am folgenden Tag besorgten wir Geschnetzeltes, das angebraten und mit dem ganzen Topf teuflischen Gebräus vermischt wurde. Und siehe: Man konnte es essen. Zwar war es immer noch so scharf wie beim Inder oder Thailänder die Variante „indisch scharf“, aber außer Schweiß auf der Stirn und Tränen in den Augenwinkeln hatte es keine nachteiligen Folgen.
So kreierten wir experimentell ein neues Gericht, das wir allerdings so bald nicht wiederholen wollen.

 

Hard Magic

hard magic

Larry Correia: Hard Magic
Baen Books 2011

Ein weiterer Zyklus von Larry Correia sind die „Grimnoir Chronicles“. Buch I führt einen ähnlichen Helden wie im MHI-Zyklus ein, einen harten Burschen, der vor allem ein Kämpfer ist. Jake Sullivan ist ein „Heavy“, d.h. er kann auf magische Weise die Gravitation beeinflussen. Es gibt viele verschiedene Formen von Magie in diesen 20er Jahren und seit sie plötzlich aufzutreten begann, ist die Geschichte anders verlaufen. Der I. Weltkrieg fand statt und sah an seinem Ende die Anwendung eines Todesstrahls gegen Berlin. Diese euphemistisch „Friedensstrahlen“ genannten Waffen sichern seitdem scheinbar den Weltfrieden. Doch der Schein trügt, denn das Imperium Japans ist tausendmal schlimmer als der nie zum Zuge gekommene Nationalsozialismus Deutschlands.
Am Anfang muss Sullivan für eine Art FBI arbeiten und Aktive (Magieanwender) festsetzen, die Morde begangen haben. Er selbst saß ebenfalls wegen Mord im Zuchthaus, weil er einen Mann tötete, der einen magisch begabten Jungen lynchen wollte. Nun ja, J. Edgar Hoover stellt sich als Lügner heraus, der Jake nur benutzt. Er kommt in Kontakt mit den Rittern des Grimnoir, einer Geheimorganisation, die irgendwie für das Gute kämpft. Jedenfalls sind die Leute gegen das Imperium und seinen Vorsitzenden, der ein geradezu unbesiegbarer Erzmagier zu sein scheint.
Viele „scheint“ in diesem Text, denn nicht alles ist so, wie es eben scheint. Was diese plötzlich auftretende Magie eigentlich ist und welche Ziele alle möglichen Personen verfolgen, wird erst nach und nach klar. Inzwischen wird intensiv geballert, geprügelt und gefochten – wie man es vom Autor erwarten kann. Ein Action-Roman, der irgendwie Steampunk ist, aber auch sehr schön anders. So etwas suche ich als Leser: Bücher, die mir etwas Neues bieten.
Der angeblich unbesiegbare Bösewicht ist dabei überraschenderweise nicht nur böse, sondern hat für seine unaussprechlichen Gräueltaten sogar ein akzeptables Motiv. Doch er muss am Ende besiegt werden, da sein Weg nicht der richtige sein kann. Der Autor bringt uns diese Aussage sogar zweimal nahe, so wichtig scheint sie ihm zu sein. Es gibt auf der Grimnoir-Seite noch einen Mann, der ebenfalls schreckliche Taten im Namen des „Guten“ beging, und auch für ihn gibt es keine Gnade.