Libriomancer

Libriomancer001

Jim C. Hines: Libriomancer
Magic ex Libris 1
DAW Books 2012

Willkommen in der Welt der Libriomantik! Begründet von Johannes Gutenberg vor 500 Jahren, ist sie eine Form der Magie, die man aus Büchern bezieht.
Dabei kann alles, was in Büchern beschrieben wird, von magisch talentierten Menschen zur Realität gemacht – aus den Büchern herausgeholt – werden. Voraussetzung ist, dass genügend Leser das Buch lesen und eine Art kollektive Vorstellung von dessen Inhalten entwickeln. Das war nämlich der wahre Grund für Gutenberg, sein Druckverfahren zu entwickeln! Mittels des aus den Büchern geholten Heiligen Grals ist er übrigens unsterblich geworden. Aber das nur am Rande.
Das Format der Bücher gibt allerdings eine Grenze vor, man kann also keinen Sternenzerstörer aus „Star Wars“ kommen lassen – wohl aber ein Laserschwert. Nach Nutzung sollte man es wieder in das Buch zurücktun, sonst drohen schlimme Folgen. Diese Art der Magie ist ein wenig heikel.
Das musste auch Isaac Vainio merken, der wegen Verstößen gegen die Regeln von der geheimen Organisation der „Porter“ suspendiert wurde und nun als Katalogisierer arbeiten muss. Magie – Libriomantik – darf er nicht mehr ausüben. Die Porter sind so etwas wie die Wächter über die Libriomantik, von Gutenberg gegründet und immer noch geleitet. Sie passen vor allem auf, dass kein talentierter, aber ungeschulter Magier irgendwas aus Büchern holt, das Schaden anrichten kann, oder dass ein unbedarfter Autor etwas Derartiges schreibt (solche Bücher werden gesperrt, wenn man ihr Erscheinen schon nicht verhindern kann), und vor allem, dass das Ganze geheim bleibt. Denn wie so oft in der urban fantasy darf der Rest der Menschheit (nennen wir sie Muggel) davon nichts erfahren.
Doch eines Tages wird Isaac in seiner Bücherei von Vampiren angegriffen, von einer Dryade gerettet und in eine Auseinandersetzung hineingezogen, die schlimmer ist als nur ein Artefakt in den falschen Händen. Dabei ist ihm das zunächst gar nicht so unrecht, kann er so doch wieder als Libriomancer tätig werden – und die Dryade hat es ihm auch angetan. Doch dann zeigt sich langsam das ganze Ausmaß: Gutenberg wurde entführt, seine Automatons (eine Art Golem) umgedreht und die Porter werden angegriffen. Die Vampire sind dabei nur ein Mittel zum Zweck. Isaac und Lena müssen herausfinden, wer dahintersteckt und ihn stoppen.
Im Verlauf der Suche nach dem Übeltäter findet Isaac allerdings mehr über die Libriomantik und Gutenbergs Geheimnisse heraus, als ihm lieb ist.
Ein spannendes Buch mit frischem Ansatz zur Magie, das vor allem durch seine Bezüge zu anderen Büchern des Genres erfreut. Ob Excalibur oder Darth Vaders Schwert, ein Zaubertrank aus einem Fantasy-Roman oder direkt von „Alice im Wunderland“, ein Libriomancer weiß alles zu nutzen.
Sehr schön, dass es da noch ein paar Fortsetzungen gibt!

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