Extrem Kochen

Es begann mit einer Packung ausländischer Nudeln, der eine Gewürzmischung beigefügt war. Ohne unbedingt auf die Abbildung mehrerer Peperonis und den Hinweis zu achten, dass man einen Esslöffel voll von der Mischung nehmen sollte, schütteten wir die gesamte Mischung in die passierten Tomaten für die Nudelsoße. Schließlich war das doch immer so, dass man die beiliegende Mischung für das ganze Gericht vollständig benötigte. Im Herkunftsland der Nudelmischung scheinbar nicht. Die Verkostung ergab: höllenscharf! Was nun? Also eine Büchse Kichererbsen in die Nudelsoße, um das Aroma etwas aufzusaugen. Klappte nicht so ganz, nur das Volumen des Gerichts schwoll an. Nachdem auch eine Büchse Kokosmilch nicht wesentlich geholfen hatte, aßen wir die Nudeln mit Pesto.
Am folgenden Tag besorgten wir Geschnetzeltes, das angebraten und mit dem ganzen Topf teuflischen Gebräus vermischt wurde. Und siehe: Man konnte es essen. Zwar war es immer noch so scharf wie beim Inder oder Thailänder die Variante „indisch scharf“, aber außer Schweiß auf der Stirn und Tränen in den Augenwinkeln hatte es keine nachteiligen Folgen.
So kreierten wir experimentell ein neues Gericht, das wir allerdings so bald nicht wiederholen wollen.

 

Hard Magic

hard magic

Larry Correia: Hard Magic
Baen Books 2011

Ein weiterer Zyklus von Larry Correia sind die „Grimnoir Chronicles“. Buch I führt einen ähnlichen Helden wie im MHI-Zyklus ein, einen harten Burschen, der vor allem ein Kämpfer ist. Jake Sullivan ist ein „Heavy“, d.h. er kann auf magische Weise die Gravitation beeinflussen. Es gibt viele verschiedene Formen von Magie in diesen 20er Jahren und seit sie plötzlich aufzutreten begann, ist die Geschichte anders verlaufen. Der I. Weltkrieg fand statt und sah an seinem Ende die Anwendung eines Todesstrahls gegen Berlin. Diese euphemistisch „Friedensstrahlen“ genannten Waffen sichern seitdem scheinbar den Weltfrieden. Doch der Schein trügt, denn das Imperium Japans ist tausendmal schlimmer als der nie zum Zuge gekommene Nationalsozialismus Deutschlands.
Am Anfang muss Sullivan für eine Art FBI arbeiten und Aktive (Magieanwender) festsetzen, die Morde begangen haben. Er selbst saß ebenfalls wegen Mord im Zuchthaus, weil er einen Mann tötete, der einen magisch begabten Jungen lynchen wollte. Nun ja, J. Edgar Hoover stellt sich als Lügner heraus, der Jake nur benutzt. Er kommt in Kontakt mit den Rittern des Grimnoir, einer Geheimorganisation, die irgendwie für das Gute kämpft. Jedenfalls sind die Leute gegen das Imperium und seinen Vorsitzenden, der ein geradezu unbesiegbarer Erzmagier zu sein scheint.
Viele „scheint“ in diesem Text, denn nicht alles ist so, wie es eben scheint. Was diese plötzlich auftretende Magie eigentlich ist und welche Ziele alle möglichen Personen verfolgen, wird erst nach und nach klar. Inzwischen wird intensiv geballert, geprügelt und gefochten – wie man es vom Autor erwarten kann. Ein Action-Roman, der irgendwie Steampunk ist, aber auch sehr schön anders. So etwas suche ich als Leser: Bücher, die mir etwas Neues bieten.
Der angeblich unbesiegbare Bösewicht ist dabei überraschenderweise nicht nur böse, sondern hat für seine unaussprechlichen Gräueltaten sogar ein akzeptables Motiv. Doch er muss am Ende besiegt werden, da sein Weg nicht der richtige sein kann. Der Autor bringt uns diese Aussage sogar zweimal nahe, so wichtig scheint sie ihm zu sein. Es gibt auf der Grimnoir-Seite noch einen Mann, der ebenfalls schreckliche Taten im Namen des „Guten“ beging, und auch für ihn gibt es keine Gnade.

 

Schulfest

Kurzer Bericht vom Schulfest der Erich Kästner Schule Zossen

Es stand unter dem Motto „Tatü Tata“ … In der Turnhalle sangen und spielten Kinder von Polizei und Feuerwehr, Unfällen, Bränden, Raub und Überfall. Im Ernst. Man verstand wegen der schlechten Akustik zwar nichts, aber egal.
Um in die Schulturnhalle hineinzukommen, mussten Eltern allerdings 2 Euro löhnen. Die Turnhalle war trotzdem völlig überfüllt, sodass meine Familie nach langem Anstehen (Jibts hier Appelsinen?) nur Stehplätze bekam.
Danach war auf dem Schulhof unorganisiertes, aber nichtsdestotrotz quirliges Remmidemmi. Polizeiauto und Freiwillige Feuerwehr inbegriffen. Kinder hatten eine Essensmarke, für die sie eine Bratwurst bekamen. Ansonsten kostete die Zuckerwatte Geld, und sogar das Betreten der Hüpfburg des Autohauses Opel aus Zossen war für die Schüler kostenpflichtig. Merkwürdig. Lässt sich das Autohaus etwa dafür bezahlen, dass es seine Werbeträger aufstellt?
Von der Bratwurst hatten meine Frau und ich dann Magenprobleme, aber wer wird schon kleinlich sein?
Vielleicht bin ich kleinlich, doch die Abzocke ging mir gegen den Strich. Wer stellt denn auf einem Schulfest für die Schüler eine Hüpfburg hin und erwartet, dass die für die Benutzung 0,50 Euro zahlen? Ich fand das einfach widerlich.

 

Monster Hunter International

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Larry Correia:
Monster Hunter International
(Baen Books 2009)

Eine gute Nachricht vorneweg: Bastei Lübbe hat die Reihe auch auf Deutsch im Programm. Zwar unter dem Titel „Die Monster, die ich rief“, was ein wenig sehr nach Goethe klingt, aber das macht ja nichts.
MHI ist der Auftakt zu einer Reihe knallharter Monster-Action-Romane und gleichzeitig die Bezeichnung einer privaten Truppe von Monsterjägern. Ja, ähnlich den Ghostbusters, nur nicht so lustig. Im Gegenteil, hier geht es ständig um Leben und Tod. Da die staatlichen, dem FBI angegliederten Monsterjäger der Plage wohl nicht Herr werden, müssen sie doch einen beachtlichen Teil ihrer Energie darauf richten, das Geheimnis vor der Bevölkerung zu wahren, gibt es noch die Profis, die aus einem besonderen staatlichen Fonds bezahlt werden, wann immer sie ein Monster zur Strecke bringen. Denn es gibt sie alle: Vampire, Werwölfe, Orks, Elfen usw. Und die Regierung will nicht, dass der Rest der Öffentlichkeit davon etwas erfährt. So liegen die Leute des MHI fortwährend im Clinch mit dem FBI. Zwar ist ihre Tätigkeit – im Moment – legal, aber von den Federales gar nicht gern gesehen.
Der Buchhalter Owen wollte eigentlich einen möglichst langweiligen Job, nachdem er keine Lust mehr auf illegale Straßenkämpfe hatte. Was kann er dafür, dass sich sein Boss als Werwolf entpuppt? Nach einem heftigen Kampf im Büro wirft er ihn aus dem Fenster des 14. Stocks, was wohl nicht mal ein Werwolf verkraftet. Im Krankenhaus taucht dann erst das FBI auf, das ihm eine Silberkugel verspricht, sollte er von seinen Wunden verdächtig schnell genesen, dann ein Vertreter des MHI, der ihm einen Job anbietet.
Und so kommt Owen zu den Monsterjägern, wo er sich in die Enkelin des Gründers verliebt und nach und nach feststellen muss, dass auch er selbst nicht ganz das ist, was er von sich dachte. Ach ja, als er nach dem ersten Kampf für einige Augenblicke klinisch tot war, nistete sich ein Geist in seinem Kopf ein, der sich später als ganz nützlich erweist.
Der Autor ist Waffennarr und hat etwas für Splattermovies übrig. Das merkt man schnell, denn die Monsterjäger müssen von einem Gefecht zum nächsten hetzen. Nicht weniger als der Weltuntergang steht bevor, den ein gewisser „Verfluchter“ mit sieben Meistervampiren als Helfern einläuten möchte. Was dann aufgefahren wird, bedient sich aus allen Kisten der Monstergeschichte, auch cthulhuide Alte tauchen schleimtriefend auf.
Im ersten Teil der Serie geht es schon richtig zur Sache, sie scheint etwas für alle Leser zu sein, die statt Tiefgang lieber Kugelhagel mögen. Dabei kommt auch ordentlich Spannung auf. Natürlich sind real existierende Vampire, Werwölfe & Co. nichts Neues, aber das wollte der Autor sicher auch nicht schreiben. Unterhaltsame Entspannungslektüre …