... und alle, alle kamen ... na ja, fast alle ... oder wenigstens ziemlich viele ...
Lesung von Wilko Müller jr. in Leipzig
zugehört hat Peter Schünemann

Eigentlich hätte Andreas ja wirklich ein Transparent mit der Aufschrift "Wilko, wir lieben dich!" malen können, aber er kam nicht von selbst drauf, und so musste es ohne gehen. Dabei hätte unsere Fan-Kurve sich so noch besser artikulieren können! :-))
Nein, im Ernst: So viele Clubmitglieder waren bei einer Lesung in Leipzig lange nicht mehr beisammen; Thomas Braatz meinte gar mit resignativem Unterton: "Hier sind von euch ja mehr als auf dem Con!" Mag sein. Der ASFC zeichnet sich, von rühmlichen Ausnahmen wie Thomas Hofmann abgesehen, nicht gerade durch Präsenz auf dergleichen Veranstaltungen aus ...
Aber diesmal, am 5. 11. 2004, brachten wir es auf eine stolze delegazija von 8 Mensch - Ehrensache, denn Wilko, unser Clubchef, der mit großem Abstand produktivste Autor unter den Clubschreibern, stellte in einem Vortrag die Zusammenhänge zwischen seinen (und z.T. auch Renald Mienerts) Fantasy-, SF- und Horrorwerken vor: "Zauberer des Alls", "Operation Asfaras", "Die Zeitläufer", "Stronbart Har", "Das Tor der Dunkelheit 1" und auch "Mandragora" sind untereinander nämlich auf vielfältige Weise verbunden. Die Bücher waren den meisten der gut 20 Zuhörer sicher bekannt, aber das Ganze im Komplex geboten zu bekommen, mit bio-bibliographischen Angaben, mit Aufzeigen der Bezüge, mit ausgewählten Geschichten und Textstellen, alles auf Folien veranschaulicht - das hat wohl alle beeindruckt und trotz der späten Freitagsstunde gut 120 Minuten lang bei Laune und Aufmerksamkeit gehalten. Wilko las einen ausgearbeiteten Vortrag, was man kaum merkte, denn er machte es locker und oft auch humorvoll. Dabei gab er immer wieder Antworten auf die Frage "Woher nehmen Sie Ihre Ideen, Herr Müller jr.?" und führte uns sein DDR-Studenten- und Lehrerleben ebenso wie Abschnitte der Clubgeschichte vor Augen.
Es war interessant zu hören, wie aus vereinzelten Büchern und Stories nach und nach ein ganzer Kosmos entwickelt wurde, zuerst weniger absichtlich, später gezielt. Besonders bemerkenswert fand ich die Tatsache, dass Wilko schon in "Operation Asfaras" eine Szene eingearbeitet hatte, in der der Wanderer Thomas auftaucht - heute ist er als einer der Zeitläufer bekannt, aber damals hatte es vermutlich nur das Ergebnis, dass die Leser verwirrt Is’n das für einer? fragten. Wenn es überhaupt einem aufgefallen ist, was Wilko anscheinend nicht so recht glaubt ...
Nach dem Schlussapplaus begaben sich die meisten ASFCler gemeinsam mit zwei Leuchttürmen des Leipziger Clubs, Chef Thomas nämlich und Moderator Manfred (der wieder in bewährter Weise durch die letzte halbe Stunde geführt hatte) ein paar Querstraßen weiter ins "Fass", tranken dort Bierchen und anderes, warteten auf Essen, aßen Essen, schwatzten und brachen erst gegen Mitternacht in die heimischen Gefilde auf. Dieses gemeinsame Nach-Sitzen krönte den Abend. Beides sollten wir öfter haben ...